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Digitale Teilhabe ?

Aus Sicht der vermeintlichen „Normalos“ wieder so ein Begriff der Selbsthilfe Bewegten ? Seit C* eben nicht mehr.

Blieben die Forderungen der Sozialaktivistinnen, wie die von Dagmar Hirche sich mit ihrer berechtigten Forderung nach frei zugänglichen Internet für Menschen mit dem Alter 65+ oder die von Raul Krauthausen nach einem barrierefreien Zugang als Verpflichtung für aller Hersteller, doch bisher in der Ecke der Sozialwirtschaft verankert.

Mittlerweile darf ja öffentlich von der Innovationskraft von C* gesprochen werden. In jedem Fall überraschen uns ja die Politiker gerade in der C* Zeit immer wieder.

So tauchte unvermittelt auch der Juso- Chef Kevin Kühnert in meiner Heimatzeitung, den Schaumburger Nachrichten, in der Wochenendausgabe vom 18.04.2020 mit dem Thema Smartphone oder Tablet für Alle auf.

Kühnert in dem Artikel: „Wir werden in Zukunft sicherlich dazu kommen müssen, dass es ein Recht auf ein digitales Endgerät gibt“. Woher die plötzliche Erkenntnis?

Die aktuellen Sondersendungen berichteten über die notwendige aber dennoch radikale Abschottung von Patienten*innen auf den Corona Stationen, Pflegeeinrichtungen, stationären Wohnangeboten für Menschen mit einer Behinderung und nicht zuletzt (und nicht weniger) von den Menschen, die sich entweder ein Endgerät (und deren laufenden Kosten) nicht leisten können oder denjenigen, die sich in einem digitalen Tal der Empfangslosen befinden.

Fühlt sich so ein bisschen an wie in den späten 50er Jahre, als noch Nachbarn zu uns nach Hause kamen, um zu telefonieren.

Sie werden jetzt vielleicht fragen, wie jetzt der Bogen zu den Themenfeldern des Universal Design gespannt werden kann. Gerne.

Universal Design ist mit seiner Philosophie überraschend nahe an Kevin Kühnert gerückt.

Universal Design fordert eine einfache, intuitive und fehlertolerante Handhabung von allen Produkten – inkl. aller smarten Geräte! Und hier spätestens kommt das Design ins Spiel. Was nutzt ein Tablet für Alle, wenn es nur wenige benutzen können, weil sie vielleicht unsere Schrift nicht oder nicht lesen können, die Bildschirme mit einer Unzahl von Symbolen zugepflastert sind oder sie aus den unterschiedlichsten Gründen nicht - besser noch nicht lernen konnten, mit diesen digitalen Werkzeugen umzugehen.

Dazu braucht es Universal Design? Ja!

Produktdesignerinnen/ UX Designer*innen, die sich mit den ergonomischen Anforderungen der späteren Nutzer*innen von Jung bis Alt tiefer als bisher beschäftigen, Graphik Designer*innen, die nicht nur coole Icons, sondern auch coole und verständliche entwickeln, Typographen*innen die Gebrauchsanleitungen kurz, knackig und leicht verständlich gestalten und Service Designer*innen, denen es gelingt mit frischen Ideen die nahezu nutzlosen Hotlines abzulösen. Habe ich eine Gruppe der Kollegen*innen vergessen?

Wenn ja, bitte ich um universelle Nachsicht!

Also Herr Kühnert. Sie wollen ja in den Bundestag. Sie wollen ja ganz unbedingt gerade jetzt die Kreativwirtschaft unterstützen. Richtig, da sitzen wir in einem Boot!

Wie wäre es, wenn wir sie dabei vielleicht unterstützen könnten.

Was halten sie beispielsweise von einer Zoom Konferenz/ oder einer digitalen und durchaus lustigen Talk Show (wenn es geht ohne Moderation der bekannten, üblichen Verdächtigen) mit Dagmar Hirche, Raul Krauthausen, der Staatsministerin Dorothee Bär und dem Präsidenten des Deutschen Designtag Boris Kochan.

Ps.: Thema flächendeckendes WLAN.

Soziale Teilhabe stärken trotz #Socialdistance: W-LAN Zugang in Alten- und Behinderteneinrichtungen ist eine Petitionsinitiative des Softwareanbieters C&S aus Augsburg.

Munter bleiben!

#universaldesign #digitaleteilhabe Photo Thomas Bade/ by Daniel George/ Graphik www.your-life.de

*C steht für Corona/ Covid-19

Aktualisiert: 17. Apr 2020

Mensch. Verantwortung. Wirtschaft. Gesellschaft


Einige kennen unser Thema Universal Design, einige fragen sich und andere immer noch, was denn das nun wieder sei, einige resultieren, dass es irgendwas mit Alter „oder so“ zu tun haben könnte. „Könnte“ hört sich irgendwie an wie Fahrradkette (frei nach Steinbrück). Wie immer, sind in der Regel die sogenannten Anderen gemeint. Universal Design meint Sie, Dich und die Anderen. Also uns ALLE. Ist wie mit diesem Virus. Geht mittlerweile wirklich Alle an! Die Lösungen oder besser Wege zu Lösungsansätzen sind allerdings mehr als komplex. Schlecht allerdings, wenn sie oder er Asthma hat, zu falschen Zeit am falschen Ort (oder im falschen Kontinent ist, älter (so ab 60 plus) ist, chronisch krank oder behindert ist. Schon hin wieder gehört? Nach „C“ wird alles anders. Aha. Wird nicht auch nach Weihnachten immer alles anders? Was hat Design oder besser, da wirkungsvoller, Universal Design zu „C“ oder anderen Ereignissen oder Entwicklungen zu sagen? Mehr als eine Ahnung hierzu habe ich bisher nicht. Aus dem Universal Design allerdings, da bin ich sicher, werden mehr und mehr sehr konkrete Bezüge entstehen. Zum Blog: Einige kennen mich*, wenn es irgendwie um Universal Design geht. Nervt manchmal der Typ. Kann man ihm aber schlecht sagen. Braust dann schnell mit Zitaten anderer auf: „Universal Design? Good design is universal design!“ (James Irvine, leider verstorbener Designer). Und das Wichtigste sei auch an dieser Stelle vermerkt: Dieser Typ ist noch nicht mal Designer. Er ist Heilerziehungspfleger, Dipl. Sozialpädagoge und Diplom Sozialarbeiter – zumindest als solcher ausgebildet. Hier soll nun nicht ein neues Fass aufgemacht werden mit der Frage „Braucht Design Sozialpädagogik?“, vielmehr würde ich gerne mit Ihnen oder Euch in den nächsten Wochen in einen „Multilog“ zum Universal Design eintauchen ( Anmerkung: Dachte zwei Google Sekunden lang, das es diesen Begriff noch nicht geben würde. Geirrt. https://en.wiktionary.org/wiki/multilogue#English ) Multilog also mit mir selbst, mit Designer*innen, Kollegen*innen, Gründer*innen und vielen anderen eintreten, die mich kennen, die ich kenne , die ich kennenlernen möchte oder sich kennenlernen wollen. Was werden/können/ sollten die Themen sein? • Universal Design und Haltung • Universal Design und Digitalisierung • Universal Design und Nachhaltigkeit • Universal Design und wirtschaftliches Wachstum • Universal Design und Krisenmanagement • … Universal Design – der wöchentliche Blog von mir und Anderen, aber eben nicht Allen. Universal Design der Woche: Am Ostermontag erreichte mich morgens eine Nachricht von Tomoko Araoka aus dem Büro der International Association for Universal Design in Japan. Sie bat uns folgende Anleitung zum Herstellen einer Gesichtsmaske zu publizieren. Tun wir gerne! Universal Design – Anleitung als Video und Text im unteren Teil der Web Page. Funktioniert verblüffend einfach! „Plagiate“ erwünscht: https://www.iaud.net/global/activity/10032/ Zum Autor: *Thomas Bade, C Risikogruppe seit vier Jahren, verheiratet, 2 (erwachsene) Kinder, absolvierte eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, gelang über den dritten Bildungsweg zum Diplom als Sozialpädagoge, Sozialarbeiter, leitete als Geschäftsführer einen ambulanten Dienstleister, verirrte sich als QM- Auditor in der DIN EN 9000, lernte auf einer Zugfahrt das Thema Universal Design kennen, ist und bleibt in Messen vernarrt, gründete das Institut für Universal Design mit Sitz in München, lehrt ein wenig, engagiert sich beim Deutschen Designtag, Universal Design Forum e.V., Weimar, International Association of Universal Design, Yokohama und bei dem Verein Care for Innovation, Berlin. Fotos: Thomas Bade by Daniel George, Anleitung zum Herstellen einer Gesichtsmaske als Screenshot von www.iaud.net





Anleitung zum Herstellen einer Gesichtsmaske


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